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In
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der musikalische
Denkmalsgedanke aus dem Bestreben, erhaltswerte Musikalien der Vergangenheit
zu bewahren und der Nachwelt in wissenschaftlich zuverlässigen Ausgaben
verfügbar zu machen. Angespornt von nationalen (bzw. nationalistischen)
Bestrebungen institutionalisierten sich um 1900 in verschiedenen
Ländern Editionsreihen, die das musikalische Erbe des jeweiligen
Landes dokumentieren sollte.
"Die glanzvolle musikgeschichtliche Vergangenheit
Bayerns hat der Gegenwart wissenschaftliche Aufgaben hinterlassen,
die zum größten Teil noch ihrer Lösung harren." Mit diesen, den
Aufgabenbereich absteckenden Worten des Publikationsleiters Adolf
Sandberger begann die Vorrede zum I. Jahrgang (1900) der Denkmäler
der Tonkunst in Bayern. Sie erschienen als Folge II der von
der Kgl. Preußischen Musikgeschichtlichen Kommission seit 1892 herausgegeben
Denkmäler deutscher Tonkunst. Insgesamt 36 Bände konnten in den
Jahren bis 1931 vorgelegt werden. Neben älterer Musik waren es dabei
vor allem die von Hugo Riemann herausgegebenen Bände mit Werken
der sogenannten "Mannheimer Schule", die, auch auf Grund der begleitenden
Studien und Werkkataloge, nicht nur fast vergessenes Repertoire
erschlossen, sondern auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit
einer zentralen musikhistorischen Erscheinung in Gang setzten.
Nachdem die bisherige Denkmälerreihe
1931 eingestellt worden war, erschienen die Bände 37 und 38 als
sogenannte "Landschaftsdenkmale" im Rahmen der seit 1935 erscheinenden
Reihe Das Erbe deutscher Musik Nach den Wirren des II. Weltkrieges
wurde erstmals im Jahre 1957 von führenden Vertretern der Musikwissenschaft
in Bayern der Gedanke der Begründung einer Veröffentlichungsreihe
auf dem Gebiet der Bayerischen Musikgeschichte formuliert. 1959
wurde die seit 1899 existente "Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern
der Tonkunst in Bayern" aufgelöst und die Rechte der Gesellschaft
für Bayerische Musikgeschichte übertragen. 1962 konnte ein Vertrag
mit dem Verlag Breitkopf & Härtel, der bereits die Alte Folge der
Denkmäler publiziert hatte, abgeschlossen werden. 1967 erschien
der erste Band der Neuen Folge der Denkmäler der Tonkunst in
Bayern. Neben neuen Bänden erschienen seitdem eine Anzahl von
revidierten Neudrucken von Bänden der Alten Folge. Als neueste Bände
sind im Frühjahr 2002 bzw. 2003 im Rahmen der auf fünf Bände angelegten
Ivo de Vento-Gesamtausgabe zwei Bände mit den Deutschen Liedern,
hrsg. von Nicole Schwindt, erschienen.
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